Jennifer Scholzen

Hundeverhaltensberaterin. Hund-Mensch-Coaching.

#stayathomewithyourdog

In der aktuellen Situation verbringen wir unwahrscheinlich viel Zeit zuhause, haben die Ruhe und Freiheit Dinge im Leben ruhiger angehen zu lassen. Auch wenn Spaziergänge mit unserem Vierbeiner weiterhin möglich sind, so sind diese doch irgendwie ganz anders und ohne Begleitung schnell auch etwas langweilig. Dabei können wir gerade jetzt die Zeit mit unserem Vierbeiner sinnvoll nutzen, um Schwierigkeiten lösen, unsere Beziehung und Bindung zu fördern oder einfach nur gemeinsam Spaß zu haben.  

Hier finden Sie von daher -ab sofort täglich- Infos, Tipps und kleine Beschäftigungsmöglichkeiten gegen den Corona-Frust mit Hund. Los geht`s:  

06.04.20: Kauspielzeug

Kauspielzeug bietet beim Hund viele Vorteile, denn es macht Spaß, entspannt, reduziert Streß, pflegt die Zähne und deckt ein generelles Grundbedürfnis. Kein Wunder also, dass heutzutage ein riesen Produktportfolie dafür existiert.

Ich möchte hier einige Empfehlungen aussprechen, mit denen ich selbst sehr gute Erfahrungen bei meinen Hunden gemacht habe (Links sind beim Anklicken hinterlegt):

1. Naturgummi-Kauknochen 

2. Hirschgeweih-Kauknochen

3. Kauwurzel

4. Kaffeeholz Kaustab

Alle Kauknochen sind 100% natürlich, (meist) unkaputtbar und somit hervorragend für den Kauspaß geeignet.

05.04.20: Giftige Nahrungsmittel beim Hund

Über die richtige Ernährung des Hundes streiten sich viele Geister: Die Einen schwören auf Premium-Trockenfutter, die Anderen auf BARF, die Dritten auf eine getreidefreie oder vegane Fütterung.

Ein "richtig" und "falsch" liegt jeweils im Auge des Betrachters, anders sieht es dagegen bei den Lebensmitteln aus, die für unseren Hund pures Gift sind. Leider werden heutzutage -aus Unwissenheit- immer noch Zutaten gefüttert bzw. beim Fressen toleriert, die im Organismus nachhaltige Schäden anrichten können.

Hier eine Übersicht, auf welche Lebensmittel Sie daher auf keinen Fall zugreifen sollten: 

  • rohe Kartoffeln (enthalten giftiges Solanin)
  • rohe (grüne) Tomaten (enthalten giftiges Solanin)
  • (rohe) grüne Paprika (enthalten giftiges Solanin)
  • (rohe) Auberginen (enthalten giftiges Solanin)
  • Avocados (es gibt eine giftige Sorte, diese ist für uns als Verbraucher nicht erkennbar)
  • (rohe) Hülsenfrüchte (enthalten giftiges Solanin)
  • Schokolade/Kakao (enthält giftiges Theobromin)
  • Rosinen/Weintrauben (können zu schweren Nierenschäden führen)
  • Bittermandeln (enthalten das Nervengift Blausäure)
  • Süßstoff (enthält giftiges Xylotol)

Sollte Ihr Hund von den o.g. Lebensmittel etwas gefressen haben, kontaktieren Sie bitte unverzüglich den Tierarzt. Auch geringe Mengen können je nach Körpergewicht und Konstitution schon erhebliche Schäden beim Hund anrichten. 

04.04.20: Geräuschsignale beim Hund

Hunde untereinander kommunizieren, ebenfalls wie wir Menschen, mit Geräuschen. Dabei unterscheiden diese sich von der jeweiligen Motivation, wie z.B. Aggression oder Unterwürfigkeit. Die Signale können -je nach Hund, Rasse und Situation- sehr variabel sein.

Versuchen Sie einmal, die unten beschriebenen Signale Ihrem Hund und der jeweiligen Situation zuzuordnen. Sie können so viel besser erkennen, mit welcher Absicht diese passieren und haben ein anderes Verständnis für die Dinge :-)

Gemäß Roger Abrantes (portugiesischer Biologe, der sich auf das Verhalten von Tieren spezialisiert hat) sind diese lt. seinem Buch "Hundeverhalten von A-Z" wie folgt zu bewerten: 


Aggresion: 

Grollen I

Dunkel und tief, aus der Brust

Knurren I

Etwas höher und leichter als das Grollen

Bellen I

Kurz, schnelle Wiederholungen

Bellen II

Wie I, aber variabler im Ton und mit Knurren durchsetzt


Angst:

Winseln I

Lang gezogenes Wimmern, am Ende hochgezogen

Heulen I

Einzelnes, kurzes Heulen

Bellen III

Hochfrequentes, hohes Bellen, an der Grenze zum Fiepen


Dominanz / Imponieren:

Knurren II

Wie Knurren I, etwas sanfter, leiser

Grollen II

Wie Grollen I, kurz

 

Demut (Unterwürfigkeit):

Fiepen I

Kurz und hoch

Jammern

Welpen zeigen dadurch ihr Unwohlsein


Anderer sozialer Kontext:

Fiepen II

kurzes wiederholtes Fiepen, Aufforderungssignal für Spiel/Sozialkontakt

Bellen IIII

Leicht und hoch, Aufforderung zum Kontakt

Wuffen

Alarmsignal, kurzes Geräusch

Winseln II

Wie Winseln I, Hilfeschrei der Welpen

Heulen II

Wolfsheulen, wird während Rudelritualen gezeigt oder bei Einsamkeit

03.04.20: Wir üben den Trick "Steh"

-Bei diesem Trick .stellt sich der Hund aus liegender oder sitzender Position hin. Hierdurch lernt der Hund ein besseres Körperbewusstsein im Bezug auf seine hintere Körperhälfte-

  1. Lassen Sie den Hund sitzen und halten Sie ihm ein Leckerchen genau auf Nasenhöhe hin. 
  2. Machen Sie einen Schritt zurück, lassen Sie dabei die Hand weiter auf Nasenhöhe und locken Sie den Hund zu sich. Achten Sie dabei auf die Handstellung: Ist sie zu hoch, wird Ihr Hund sich setzen, ist sie zu niedrig, wird er sich hinlegen.
  3. Sobald Sie stehen, wird auch Ihr Hund stehen bleiben, loben (oder clickern Sie) ihn mit dem Leckerchen. Wiederholen Sie diese Übung solange, bis Ihr Hund dies automatisch anbietet. Jetzt geben Sie das Kommando "Steh" dazu.
  4. Sobald dies funktioniert, ist der nächste Schritt das Kommando aus dem Liegen. Legen Sie Ihren Hund ab, in dem Sie ihm das Kommando Platz geben. 
  5. Locken Sie den Hund ins Stehen, in dem Sie sich vor den Hund stellen und ihm wieder das Leckerchen auf Nasenhöhe präsentieren. 
  6. Machen Sie aber sofort einen Schritt zurück und bewegen Sie diesmal Ihre Hand schräg nach oben, um die Nase des Hundes hoch zu locken. Seine Hinterbeine werden folgen. Belohnen (bzw. clickern) Sie, sobald er steht. Auch hier kann das Kommando "Steh" gegeben werden, sobald der Hund diese Übung verstanden hat.  
  7. Wiederholen Sie die Übungen abwechselnd immer wieder. Achten Sie darauf, diese nicht länger als 5 Minuten am Stück zu trainieren - lieber öfter am Tag kurze Sequenzen, als einmal am Tag zu lange :-)

    VIEL SPASS!

02.04.20: Gesundheit beim Hund

Grundsätzlich sollten Sie selbst immer mal wieder einen Rundum-Check bei Ihrem Hund durchführen. Beginnen Sie heute damit, genau dies einmal zu tun. Hierfür einige Eckdaten:

* Die Körpertemperatur beim Hund wird rektal gemessen. Bei kleinen Hunden liegt die Normaltemperatur zwischen 38,5 C und 39,5 C, bei großen zwischen 37,5 C und 39,2 C. Welpen haben grundsätzlich eine höhere Temperatur als erwachsene Hunde, ebenso kranke Tiere.

* Das Fell eines gesunden Hundes ist grundsätzlich glänzend  (außer bei einigen Rassen, bei denen das Zuchtziel etwas anderes vorschreibt) und sollte keine Verfilzungen oder Knoten vorweisen. 

* Die Ohren sollten nicht gerötet sein und frei von schmierigen/trockenen Belägen sowie unangenehmen Gerüchen. Um den Gehörsinn zu testen, flüstern Sie den Namen Ihres Hundes ohne das er sie sehen kann. Normalerweise wird er dann den Kopf in Ihre Richtung drehen.

Die Augen sollten klar und weit geöffnet sein, die Pupillen dabei gleichmäßig auf Lichteinfall reagieren. Sie sollten weder tränen noch eitern. Zur Prüfung der Sehfähigkeit lassen Sie einen Wattebausch (der fast keinen Luftzug verursacht) vor dem Hund zu Boden fallen. Der Hund sollte hier dem herabfallenden Bällchen nachschauen können.

* Die gesunde Atemfrequenz liegt bei 10 bis 30 Atemzügen/Minute. Beobachten Sie Ihren Hund dafür in Ruhe und zählen Sie die Atembewegungen der Rippen - sie sollten sich gleichmäßig heben und senken.

* Das vollständige Gebiß eines erwachsenen Hundes enthält 42 Zähne (12 Schneidezähne, 4 Eckzähne, 26 Backenzähne). Sie sollten möglichst frei von Zahnstein und Entzündungen sein, der Hund sollte keinen Mundgeruch haben. Bitte schauen Sie sich regelmäßig die Zähne Ihres Hundes gut an, Zahn(fleisch)entzündungen bleiben oft unbemerkt und verursachen große Schmerzen.

* Das Gewicht Ihres Hundes ist natürlich immer von Rasse und Größe abhängig. Grundsätzlich gibt es aber eine einfache Probe um das richtige Gewicht festzustellen: Streichen Sie mit Ihren Fingerspitzen über die Rippen des Hundes. Sind die Knochen unter einer kleinen "Polsterung" zu fühlen, ist der Hund richtig genährt. Kann man die Rippen unter einer Speckschicht eher nur erahnen, wird es Zeit für eine Diät :-)

01.04.20: Hunde-Nackenmassage

Massagen (griechisch für "kneten") gehören zu den ältesten Behandlungstherapien und sind der physikalischen Therapie zuzuordnen. Die Wirkung erstreckt sich von der behandelten Stelle des Körpers über den gesamten Organismus bis hin zur Psyche. Sie tut somit Körper und Geist gleichermaßen gut - nicht nur bei uns Menschen.

Bei unseren Vierbeinern können wir durch Massagen Schmerzen lindern oder verhärtete Muskeln wieder weich machen. Gerade bei alten Hunden ist dies auch anregend für die Nerven und den Bewegungsapparat. Man kann die Übungen wunderbar zuhause in die Kuschelstunden einbauen, gerade die Nackenmassage ist für den Anfang recht einfach umzusetzen:

  • Heben Sie das Fell im Nacken Ihres Hundes ganz leicht mit einer Hand an, und lassen es danach sanft wieder los. 
  • Wiederholen Sie diese Übung einige Male, und arbeiten Sie sich dabei immer ein Stück weiter nach unten.
  • Gehen Sie dabei seitlich an der Wirbelsäule entlang in  Richtung Rücken - massieren Sie hier allerdings jede Stelle nur einmal.
  • Wenn Sie am Rücken angekommen sind, drehen Sie den Hund leicht auf die andere Seite und beginnen Sie erneut beim Nackenfell nach unten.

Achten Sie bei der Massage unbedingt auf die Dinge, die der Hund Ihnen dabei zeigt. Wenn er an einigen Stellen z.B. den Kopf hebt oder sich mit dem Körper aus Ihrem Griff entziehen, ist ihm diese Berührung vermutlich unangenehm. Finden SIe dabei Knoten oder Verhärtungen, lassen Sie diese bitte von Ihrem Tierarzt oder Physiotherapeuten abklären.

Wichtig: Bei trächtigen und kranken Hunden verzichten Sie bitte auf Massagen. 

31.03.20: Wir stellen Dörrfleisch her

Dörrfleisch ist nichts anderes als getrocknetes Fleisch - eine perfekte Ergänzung zur Hundenahrung und ein beliebter naturbelassener Kausnack. Es besteht zu 100% aus tierischem Protein und aus nur einer Fleischsorte, perfekt also für Allergikerhunde. Beim Kauen werden gleichzeitig auch die Zähne gereinigt und es hilft dem Hund beim Stressabbau (ja, beim Kauen entstehen tatsächlich Glückshormone) - es gibt somit viele gute Gründe, Dörrfleisch zu füttern.

Da im Handel leider oft künstliche Farb-, Aroma- und Konservierungsstoffe bei den Produkten verwendet werden, empfiehlt es sich, das Fleisch ganz einfach selbst zuzubereiten.  Heute daher: Hähnchenbrust-Filets selbstgemacht :-)

Zutaten:

  • 500 g Hähnchenbrust
  • Backpapier

Anleitung:

Schneiden Sie das Hähnchen in 2 cm breite Streifen und heizen Sie den Backofen auf 150 Grad vor. 

Legen Sie die Streifen nebeneinander auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech. 

Schieben Sie das Blech in den Ofen und lassen Sie es 45 Minuten bei Ober-/Unterhitze backen. 

Danach reduzieren Sie die Temperatur auf 100 Grad und lassen den Backofen einen Spalt weit offen (Sie können auch einen Holzlöffel hineinstecken). So kann die Feuchtigkeit entweichen und die Hühnerstreifen werden schön knusprig. 

Lassen Sie das Blech für weitere 110 Minuten weiter backen.

Danach holen Sie das Blech heraus und lassen die Snacks über Nacht an der Luft trocken.

Et voilá - fertig :-)

30.03.20: Be-ziehung statt Er-ziehung

In meinen Gesprächen mit Ihnen höre ich oft, dass die erlernten Kommandos wie Sitz, Platz, Bleib gern als Beleg für eine gute Führung beim Hund genutzt werden. Dies ist grundsätzlich auch nicht falsch, dennoch sagt dies nichts über die eigentliche Be-/Erziehung des Hundes aus. Ein Hund kann perfekt erlerntes Verhalten zeigen, doch im Alltag ein absoluter Chaot und Anarchist sein. Es ist daher wichtig die zwei folgenden Dinge zu verstehen:  

1.     Kommandos wie "Bleib" werden durch Verknüpfung beim Hund „erlernt“, vergleichbar mit unserem Auswendig-Lernen. Alles was der Hund hier zeigt, wurde ihm vom Menschen so antrainiert und meist (durch positive Konditionierung) bestätigt und bestärkt. Der Hund zeigt das, was WIR von ihm erwarten, weil er gelernt hat, dass dies Vorteile für ihn bringt.
Ein Beispiel dazu: Sie begegnen Ihrem Chef privat im Supermarkt, den Sie auf den Tod nicht ausstehen können. Am liebsten würden Sie auf der Stelle umdrehen und ihn ignorieren, dennoch setzen Sie ein Lächeln auf, begrüßen Ihn freundlich und halten Smalltalk. Sie zeigen -trotz Ihrer inneren Antihaltung- ein „erlerntes“ Verhalten, weil Ihnen die gesellschaftlichen Erwartungen bekannt und wichtig sind (andernfalls könnte dies ja auch negative Auswirkungen im Job haben). Ehrlich und authentisch ist aber anders, oder?

2.     Er-ziehung passiert über Be-ziehung, also die reelle Führung und tatsächliche Bindung zu Ihrem Hund im Alltag. Dabei spielt unser eigenes Mindset (also unsere Denkweise), eine wichtige Rolle! Nur wenn Sie selbst von etwas überzeugt sind, können Sie dies im Alltag auch authentisch und transparent an Ihren Hund übermitteln. IHRE Reaktionen und Emotionen auf Stress, im Alltag und auf unvorhergesehene Situationen werden vom Hund gelesen – danach erfolgt auch SEINE Bewertung und seine Verhaltensreaktion.
Auch hierzu ein Beispiel: Sie gehen mit Ihrem Hund spazieren und begegnen einem unangeleinten Hund, der frontal und bedrohlich auf Sie zukommt.

Situation A: Sie gehen stark und mutig auf den anderen Hund zu und scheuchen ihn ruhig und unaufgeregt einfach weg. Ihr Hund lernt: „Meine Begleitperson ist entspannt und beschützt mich in einer Konfliktsituation. Ich kann darauf vertrauen, und es wird mir nichts passieren. Ich selbst kann bei solchen Begegnungen also weiterhin entspannt sein.“

Situation B: Sie nehmen Ihren Hund kurz, fangen an, dem Hund und Besitzer entgegen zu schreien und lassen die Begegnung aus Verzweiflung ungewollt zu. Ihr Hund lernt: „Meine Begleitperson hat Ängste und zeigt sich unsicher, sie war nicht in der Lage die Konfliktsituation für mich souverän zu lösen, ich muss also demnächst selbst aktiv werden um mich zu beschützen.“  

Anhand dieser einen Situation erlernt Ihr Hund enorm viel über die Qualität Ihres Führungsverhaltens. Sie zeigt ihm, inwieweit er sich auf sie verlassen kann, wie viel „Führungsstil“ sie tatsächlich haben und wie viel Vertrauen er in den Alltag mit Ihnen investieren kann. Es ist wichtig, dass wir uns dessen bewusst sind. 

Machen wir direkt einen Perspektivwechsel. Stellen Sie sich vor, Sie sind der Hund aus der oben genannten Situation A+B: Bei welchem „Chef“ fühlen Sie sich automatisch besser aufgehoben? Wer strahlt die meiste Kompetenz aus, und wem würden Sie bei riskanten Entscheidungen mehr vertrauen? Haben Sie nicht sofort das Gefühl, dass Sie bei „Chef A“ Ihren Beruf viel ungezwungener ausführen können, als bei „Chef B“? Außerdem würden Sie für „Chef A“  sicher auch eher  mal freiwillig Überstunden machen, wohingegen diese bei "Chef B" schon eher angeordnet sein müssten, oder? Sie sehen also: Die Motivation ändert das Denken und Handeln.

Und ein Verhalten, dass durch gute Führung und eine starke Bindung geprägt ist, ist weitaus erfüllender, ehrlicher, positiver und effizienter, als ein Verhalten was schlicht und ergreifend nur "antrainiert" wurde. Stärken Sie Ihren Hund dabei, indem Sie sich stärken!

29.03.20: Kinoabend zuhause

Der heutige Tag lädt -auch wettertechnisch- perfekt zu einem gemütlichen Couch- und Fernsehtag ein. Hier die TOP1o der besten Hundefilme der letzten Jahre:  

  • Hachiko - eine wunderbare Freundschaft
  • Marley & Ich 
  • Belle & Sebastian
  • Scott & Huutch 
  • Cap & Capper
  • 101 Dalmatiner
  • Susi & Strolch
  • Mein Partner mit der kalten Schnauze
  • Ein Hund namens Beethoven
  • Bolt

Viel Spaß beim Schauen!

28.03.20: Erste Hilfe beim Hund  / "Morosche Suppe"

Die Morosche Karottensuppe ist bei Darminfekten bzw. Durchfallerkrankungen ein bekanntes erste Hilfe-Mittel, doch woher kommt das Rezept und wie wird sie genau gekocht?

Ursprünglich stammt das Rezept aus der Humanmedizin für  die Kinderheilkunde, es wurde durch den Professor Dr. Ernst Moro ca. 1908 entwickelt. Man braucht nicht mehr als 1 kg Karotten, 1 TL Salz (ich bevorzuge Himalaja-Salz) und Wasser. Durch das sehr lange Kochen entsteht ein spezielles Zuckermolekül, welches später an der Darmwand des Hundes andockt und dadurch gefährlichen Bakterien und Einzellern (wie z.B. Giardien) die Haftung blockiert. Zudem beinhaltet die Suppe viele Mineralien, Spurenelemente, Ballaststoffe und Vitamin A, welche das Immunsystem stärken und den Hund in seiner schwachen Phase unterstützen.

Wichtig: Natürlich sollte bei Durchfallerkrankungen grundsätzlich immer ein Tierarzt/Tierheilpraktiker zu Rate gezogen werden, die Morosche Suppe gilt daher nur therapiebegleitend!

Hier nun das Rezept:
(Aufwand ca. 30 Minuten / Kochzeit ca. 90 Minuten)

Waschen Sie die Karotten, schneiden Sie die Enden ab und den Rest in kleine Stücke (die Schale bitte dran lassen). Setzen Sie einen großen Topf mit Wasser auf und lassen Sie diesen richtig aufkochen. Ab jetzt genau 90 Minuten auf niedriger Stufe die Karotten in den Topf geben und köcheln lassen. Während der Kochzeit den Wasserstand immer wieder kontrollieren und ggf. etwas Wasser nachgießen. Nach den 90 Minuten die Karotten abtropfen, und den entstandenen Gemüsesaft im Topf auffangen.

Die Karotten möglichst fein pürieren (je feiner, desto besser ist die anschließende Haftung der Zuckermoleküle an der Darmwand), mit dem aufgefangenen Gemüsesaft wieder vermischen und den TL Salz dazugeben. Die Konsistenz sollte nun wie die von Buttermilch sein. 

Alles abkühlen lassen und in kleinen Portionen jeweils 4-5 mal /Tag vor den Hauptmahlzeiten oder als Mahlzeitenersatz anbieten. Bei kleinen Hunden sind es etwa 250 ml, bei mittleren Hunden ca. 500 ml und bei größeren 750 ml bis 1 Liter.

Ob sie die korrekte Menge gefüttert haben, können Sie selbst sehr leicht beim nächsten "Geschäft" Ihres Hundes erkennen: Im Häufchen befindet sich durch die Möhren ein orangen-farbener "Abschnitt" - dieser sollte möglichst 4-5 cm lang sein. Ist er zu kurz, geben Sie das nächste Mal einfach etwas mehr.

27.03.20: Wir backen Hundekekse 

Wie oft kaufen wir Hundekekse und denken darüber nach, doch beim nächsten Mal einfach selbst zu backen. Lassen Sie uns heute doch mit Käse-Crackern anfangen :-) Sie brauchen:

 * 250 g geriebenen Käse 
* 750 g Weizenvollkornmehl
* 1/8 l Distelöl
* 1 Ei

Käse, Vollkornmehl, Öl und das Ei mit einem Handrührgerät verkneten. Den Teig etwa 3 cm dick auf einem mit Backpapier ausgelegten Backblech ausrollen und in kleine Quadrate (ca. 2 x 2 cm) schneiden. Im vorgeheizten Backofen ca. 25 Minuten bei 180 Grad/Umluft oder 200 Grad/Ober-/Unterhitze goldgelb backen. Auskühlen lassen, und fertig sind die Snacks für zwischendurch. Gutes Gelingen!

P.S. Diese Leckerchen lassen sich auch prima mit dem unten beschriebenen Schnüffelteppich nutzen :-)

26.03.20: Nasenarbeit mit dem Schnüffelteppich

Das Riechfeld eines Schäferhundes besitzt etwa 220 Millionen Riechzellen und ist somit ca. 15 mal größer als das von uns. Es besteht zudem eine direkte Verbindung zum "limbischen System" im Mittelhirn, so dass jeder aufgenommene Geruch auch eine gleichzeitige Emotion beim Hund auslöst. Wenn er also schnüffelt, dann "fühlt" er zugleich etwas.

Es wundert daher nicht, dass die Spaziergänge meist mit der Nase auf dem Boden einhergehen... zumal dieses Sinnesorgan mit Abstand die meiste Leistung beim Hund erbringt. Wenn wir unseren Hunden etwas wirklich Gutes tun möchten, kommen wir somit um die Nasenarbeit nicht herum: Schnüffeln macht eben glücklich und müde :-)

Ich selbst empfehle gerne die Beschäftigung mit einem Schnüffelteppich, denn er fördert die Teamarbeit, die mentale Auslastung, die Bildung von positiven Emotionen und die Motivation des Hundes zur Mitarbeit aufgrund des selbstbelohnenden Verhaltens (Leckerchen am Ende). 

 


Wie er funktioniert? Sie verstecken einfach eine Handvoll besonderer Leckereien in den verschiedenen Nischen des Teppichs. Der Hund sollte sie nicht mehr sehen können, so dass seine Nase zum Suchen eingesetzt werden muss. Er wird relativ schnell merken, welche Taktik zum Erfolg führen wird, denn schließlich wird sein Einsatz am Ende ja auch direkt belohnt :-) Sollte es am Anfang zu Startschwierigkeiten kommen, helfen Sie Ihrem Hund ruhig - schließlich sind Sie ja ein Team. 

Wichtig dabei: Die Nasenarbeit ist unglaublich anstrengend und sollte nicht länger als 5 Minuten am Stück stattfinden. Nutzen Sie den Teppich lieber häufiger am Tag und gönnen Sie Ihrem Hund dazwischen eine Pause. 

Schnüffelteppiche gibt es im Übrigen fast überall zu kaufen, es gibt auch schöne DIY-Anleitungen zum Selberbasteln. Und wenn Sie jetzt schon loslegen wollen: Legen Sie einfach eine Hundedecke in Falten und verstecken Sie die Leckerchen dazwischen ;-)

Viel Spaß dabei!

25.03.20: Trennungsstress beim Hund

Heute möchte ich Ihnen gerne etwas über den Trennungsstress beim Hund erzählen, denn tatsächlich wird dieses Thema ein immer größeres Problem in unserer Gesellschaft.  Beginnen wir einmal mit der Definition der Angst als solches: 1. Sie ist eine Emotion. 2. Sie ist gleichzeitig auch Motivation und 3. ein Persönlichkeitsmerkmal eines jeden Vierbeiners. Man kann Angst als eine Reihe von biologischer Defensiv-Reaktionen beschreiben, die den Hund vor diversen "Gefahren" aus der Umwelt schützen.

Im Gegensatz zur Furchtsamkeit/Unsicherheit ist Angst kein kurzfristig bestehender Zustand, und sie kann sich in mehreren, stark unterschiedlichen Ausprägungen zeigen.

Eine sehr bekannte Form ist eben genau das Trennungsverhalten beim Hund - also die Angst vor dem Alleine-bleiben. Es ist wichtig zu wissen, dass jeder (gesunde) Hund an Trennungsstress leidet, nicht aber jeder dabei auch ein auffälliges Verhalten zeigt.

Erst wenn es zu Symptomen wie das Zerstören von Gegenständen, lautes Bellen, das Absetzen von Urin/Kot, Erbrechen oder auch Selbstverletzungen kommt, werden wir als Hundeverhaltensberater/-trainer dazugeholt.

Als Ursache dieser Verhaltensauffälligkeiten wird oft eine übermäßige Bindung an den Menschen verantwortlich gemacht, der Hund kann es nicht ertragen entfernt von seinem Menschen zu sein. 

Diese These ist allerdings stark umstritten, da auch Hunde ohne eine übertrieben starke Bindung Trennungsstress zeigen. Auch hört man oft von einem Kontrollverlust als Ursache, deren Lösung eine bessere Rangstruktur ist, verbunden mit einer deutlicheren Unterordnung durch den Menschen. Fakt ist: Die Bewältigung von Streß kann und muss erlernt werden, und ist bei jedem Hund ganz individuell zu betrachten und zu begleiten. Lassen Sie sich daher nicht zu einer 08/15-Lösung hinreißen, sondern betrachten Sie die verschiedensten Ursachen, die den Stresszustand bei Ihrem Hund auslösen. Hier sprechen wir von Dingen wie Langeweile, Krankheiten oder auch Überstimulationen (also ein grundsätzlich zu hohes Erregungslevel). Beobachten Sie Ihren Hund genau und sammeln Sie relevante Informationen darüber, was er genau wie, wann und wo macht. Dies wird auch im späteren Training helfen, so dass wir effektiver eine Lösung finden können. 

Grundsätzlich gilt: Rituale beim Weggehen und Zurückkommen können bereits Stress auslösen! Um solche Assoziationen aufzulösen, halten Sie sich vor dem Verlassen der Wohnung möglichst an die folgenden Regeln:

1. Der Hund sollte sich grundsätzlich zu diesem Zeitpunkt in einer Ruhe- und Sicherheitszone befinden, in welcher er sich entspannen kann

2. Ca. 30 Minuten vor dem Verlassen der Wohnung finden keine Interaktionen mehr mit dem Hund statt! Es sollte auch bei Ihren Aktivitäten Ruhe vorherrschen, so dass der Hund sich wohlfühlen und zurückziehen kann.

3. Erst wenn der Hund sich (in seiner Ruhezone) entspannt hat, wird die Wohnung verlassen. 

4. Es wird grundsätzlich auf ein Abschieds- (und später auch auf ein Begrüßungs-)Ritual verzichtet. 

Bedenken Sie, dass jede Kommunikation beim Abschied und der Begrüßung die Bedeutung der "Wiedervereinigung" erhöht. Sie sollten versuchen, sich sowohl beim Kommen, als auch beim Gehen möglichst normal zu verhalten. 

Belohnen Sie bei Ihrer Ankunft jedes gezeigte ruhige Verhalten (z.B. durch sanftes Abstreichen) und ignorieren Sie jegliches exzessive Verhalten (z.B. durch Weitergehen).   

Bei Unklarheiten oder Schwierigkeiten, zögern Sie nicht, mich anzusprechen. 

24.03.2020: Wir üben den Trick "Durch die Beine"

-Bei diesem Trick läuft der Hund von vorne oder hinten zwischen Ihren Beinen durch. Dabei schafft man gegenseitiges Vertrauen durch körpernahe Arbeit und gegenseitige Rücksichtsnahme, zudem wird auch die Ruhe und Geschmeidigkeit des Hundes gestärkt-

  1. Stellen Sie sich mit weit auseinandergestellten Beinen vor Ihren Hund (er sollte bequem hindurch gehen können).
  2. Legen Sie ein besonders schmackhaftes Leckerchen etwa 4-5 cm hinter sich auf den Boden.
  3. Rufen Sie Ihren Hund zu sich, bleiben Sie aber so stehen.
  4. Sobald er mit dem Kopf durch Ihre Beine kommt (und BEVOR er das Leckerchen fressen kann), loben Sie ihn. Ihre Stimme sollte dabei sanft, ruhig und leise sein. Sollten Sie Ihren Hund clickern, gibt es ein "Click" und Leckerchen aus der Hand.
  5. Wiederholen Sie die Übung, legen Sie dieses Mal das Leckerchen aber noch ein Stückchen weiter hinter sich.
  6. Sobald Ihr Hund mit seinem Körper durch Ihre Beine geht, loben Sie ihn erneut (bzw. clickern Sie). 
  7. Wiederholen Sie diese Übung bis der Hund selbstständig durch Ihre Beine läuft.
  8. Erweitern Sie die Übung, in dem Sie sich umdrehen sobald Ihr Hund durch Ihre Beine zum Leckerchen gelaufen ist. Werfen Sie sofort ein zweites Leckerchen durch Ihre Beine nach hinten zurück. So erreichen Sie, das Ihr Hund auch andersherum zurückläuft.
  9. Wiederholen Sie das Hin- und Herlaufen und bringen Sie ein wenig Energie ins Spiel, in dem Sie den Hund zu schnelleren Bewegungen motivieren. 
  10. Wenn das durch die Beine laufen zu 100% sicher klappt, fügen Sie das Hörzeichen "Durch" ein.

    VIEL SPASS!

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